Keltische Funde in der Rhön

Regionale Funde aus keltischer Zeit

Das Gräberfeld von Leimbach und die Schnabelkanne von Borsch

Das Dörchen Leimbach liegt ganz in der Nähe von Bad Salzungen. In den Jahren 1856 bis 1858 wurde hier an der Werrabahn gebaut. Die Einwohner nannten die Stelle "Auf dem Kies" und fanden sie schon immer etwas unheimlich. Gleich zu Beginn der Schachtarbeiten auf dem Kieshügel fanden die Arbeiter Keramikscherben, beachteten sie aber nicht. Doch dann stießen sie plötzlich auf ein gut erhaltenes Gefäß! Voller Spannung legten sie es frei und zerschlugen es. Den sehnsüchtig erwateten Schatz erhielten sie leider nicht, nur einen grauen zusammengebackenen Klumpen aus Asche, Knochen und etwas Rostigem... Achtlos warfen sie dieses Gefäß und alle weiteren, die noch auftauchten, beiseite. Doch dann hörte zum Glück Herr Lehrer Schlotthauer von den Funden. Er bat die Arbeiter innständig, die Gefäße weiter zusammen... Man dachte schon damals an die Nutzung der Solequelle in vorgeschichtlicher Zeit, bedachte doe günstige Lage zum Salzverkauf. Die schönsten Fundstücke aus Leimbach kann man im Steinburgmuseum bei Römhild besichtigen.
Im Herbst 1933 kam auf dem Kirchberg in Bad Salzungen bei Schachtarbeiten ein keltischer Bronzering zum Vorschein! Aber es gab noch einen bedeutenden Fund aus keltischer Zeit in der Stadt. Um 1826 kam "beim Aufgraben eines Gradierwerkes in bedeutender Tiefe eine Kette von vier kleinen, offnen keltischen Goldringen zutage". Das belegt die Anwesenheit von Kelten.

Tipp: Besuchen Sie das Museum in Bad Salzungen!

Etwa 5km nordöstlich vom Schleidsberg liegt die Borscher Aue. Hier befanden sich früher mehrere Grabhügel. An einem dieser Grabhügel machten sich im Jahre 1869 Grabräuber zu schaffen. Die Schatzsucher durchwühlten den Grabhügel und fanden dabei Teile einer Bronzeschnabelkanne. Dieser besondere Fund veranlasste recht schnell eine offizielle Untersuchung des Grabhügels. Die Schnabelkanne war ursprünglich 38 bis 40 cm hoch und hatte wahrscheinlich eine steilkonisch geschweiften Körper mit gewölbter Schulter. Es gibt zwei Rekonstruktionsideen, die bekannte Form und eine etwas schlankere. Die Schnabelkanne zeigt, dass die Menschen hier den neuen Frühlatènestil annahmen und selbst kreativ umsetzten. Der keltische Künstler, der die Schnabelkanne schuf, kopierte nicht einfach unbeholfen eine etruskische Vorlage, sondern brachte eigene Vorstellungen mit ein und verballhornte sogar das Vorbild. Das ist wahrhafter Latènestil mit einheimischen Elementen kombiniert! Die berühmte Schnabelkanne von Borsch war die erste je gefundene keltische Schnabelkanne von nur einigen wenigen bisher. Sie ist die einzige solche Schnabelkanne mit Teilen aus Bronzehohlguss. Gebrauchsspuren zeigen, dass das Gefäß auch benutzt wurde. Die Kanne wird heute in Jena aufbewahrt. Hier und in Sünna gibt es inzwischen Rekonstruktionen. Wegen der Schnabelkanne rechnet man den ehemaligen Grabhügel von Borsch zu den "Fürstengräbern".